Sundayread | Recap 2019 – Es wird wieder ruhiger

My Lifestyle

Jetzt ist die Stille Zeit gleich auch wieder vorbei. Am vierten Adventsonntag nehme ich mir etwas Zeit für mich, und lasse ich das Jahr Revue passieren.

Recap 2019

Seit einigen Jahren versuche ich konsequent, Dinge, die nicht unbedingt nötig im Dezember sind, entweder schon bis Ende November erledigt zu haben, oder im Jänner in meinem Terminkalender zu fixieren. Das klappt jedes Jahr besser mit #wovchristmaspeace

Überhaupt einer der wenigen Vorteile des Älterwerdens. Man akzeptiert, dass man Nichts weiß, und hat keine Probleme das auch auszusprechen. Zumindest bei mir ist das so. Ich versuche auch niemandem mehr zu erklären, dass er eigentlich überhaupt nicht weiß wovon er spricht. Von Sophia Grabner, die ich diesen Herbst bei The Clickqe kennenlernen durfte, habe ich ein neues Wort gelernt:

Lernjahr

Klingt das nicht so viel besser, als all die negativ besetzten Worte für vergangene Situationen?
Ja, es war ein Lernjahr.

Was habe ich nun 2019 gelernt, und bereits übernommen?

7 Dinge, die ich 2019 gelernt habe

1) Planung. Das wichtigste Weihnachtstreffen zu Adventbeginn planen.
Best decision! Try it. Wir waren im Donauhof bei der Haute Cuisine Inszenierung ‚Grandkobel‘ vom Taubenkobel, wie schon letzten Advent auch. Ein stundenlang zelebriertes Abendessen gibt die Möglichkeit für längere und entspanntere Gespräche, für die man sich sonst eventuell keine Zeit nimmt, oder aber auch die Zeit braucht, um aus sich hinauszukommen, und sich Themen anzunähern.

2) Love it, or leave it.
Das war lange Zeit mein Lieblingsspruch. Oft gemalt, oft zitiert, oft in Kurzbiografien als Mantra verwendet. Machen, ist aber eine ganz andere Geschichte. Ich habe zwei wichtige Entscheidungen dieses Jahr unter dieser Prämisse getroffen. War es leicht? Nein. War es mühsam? Und wie! Bereue ich es? Nein, ganz im Gegenteil. Es geht mir besser mit diesen Entscheidungen, obwohl mein Leben dadurch wesentlich komplizierter geworden ist. Ich kann morgens entspannt in den Spiegel sehen. (Wegen meines Gewissens, nicht weil ich mich so fesch finde. Ich bin ja kein Mann.)

3) Be honest.
Nicht, dass ich etwas für Lügen übrig hätte, ganz im Gegenteil. Eine Eigenschaft, die ich kategorisch ablehne. Aber ich sage 1. nicht Alles, was ich mir denke, und 2. dränge ich meistens niemandem meine Probleme auf. Nicht unbedingt klug. Denn: Wenn Du nicht sagst was Dir fehlt, oder was Du zu Deinem Glück benötigen würdest, kommt auch niemand auf die Idee Dir zu helfen. Ja, die Neuen Medien haben uns erfolgreich eingebläut,
If you don’t have to say something nice, don’t mention it at all.
Und da komme ich schon zum vierten Punkt.


4) Ich bin gut so wie ich bin. Distanziere Dich von jedem, der Dir das Gefühl gibt, Du müsstest Dein Leben anders gestalten, um hineinzupassen; in real life und vor allem online. Lass es. Es funktioniert nicht. Ich habe es probiert. Was Du nicht bist, wirst Du nie sein. Vielleicht klingt das hart. Ist es auch. Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit sollten Dir das wert sein. Desto schneller Du das akzeptierst, und Dich lieber auf das konzentrierst was Du kannst und wer Du wirklich bist, desto weniger wichtig wird es werden was Andere über Dich denken, oder sich von Dir wünschen. Natürlich musste ich erst damit umgehen lernen, dass ich keinen großen Bekanntenkreis mehr habe, viel weniger Einladungen, und dass ich wohl alleine einen Urlaub planen muss, wenn ich verreisen möchte. Aber es geht. Man gewöhnt sich daran, und man schläft besser. Everybody’s Darling wirst Du damit nicht. Das kann sich auch langfristig beruflich ganz schön negativ auswirken. Das musst Du dann schon aushalten können.

5) Gesundheit. Über 40 sieht das plötzlich etwas anders aus. Da löst sich ein Problemchen nicht mehr von allein. Nein, es wird in den meisten Fällen größer, wenn man es ignoriert. Und damit meine ich nicht die Falten. Fun Fact: Ich habe mit 30 begonnen mich darauf vorzubereiten, dass all diese Probleme niemals eintreffen mögen, und ich habe mit 40 damit aufgehört. Nicht klug, ich weiß. Prioritäten falsch gesetzt, und vorallem zu meinen Ungunsten. Eine spontane Notoperation hat geholfen mich wieder darauf zu besinnen, viel mehr auf mich zu achten. Das Bewusstsein ist wieder da, die Umsetzung wird wohl eines meiner größten 2020goals werden.

6) Ich habe gelernt Erfolg neu zu definieren; nämlich was für mich persönlich Erfolg bedeutet, und nicht für andere. Das war eine meiner großen Hürden in der Vergangenheit. Als ich das erkannt habe, wunderte ich mich über mich selbst, wieso das so lange gedauert hat. Das hat natürlich auch etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. Wenn Du als Kind gelernt hast, vor allem brav und höflich zu sein, und nichts zu hinterfragen, das – offensichtlich weit gebildetere – Menschen von sich geben, ist das ein langer Prozess. Dieser Weg lohnt sich aber definitiv und macht Deine Wünsche und Ziele viel besser und leichter erreichbar. Du musst dafür weder jemand bloßstellen, noch als Aufdeckungsjournalist fungieren. Du musst nur genau hinhören, und ab und zu die richtigen Fragen stellen, wenn jemand von seinem großartigen Erfolg erzählt, um für Dich auszuloten, ob das auch für Dich Erfolg bedeuten würde. Schnell werden Kompromisse evident, die für Dich eventuell niemals in Frage kommen würden, und deshalb ganz und gar kein erfolgreicher Lebenstil für Dich wären.

7) Privat as in private. Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das in etwa lautet: Wenn Du nicht möchtest, dass es jemand erfährt, sag es nicht. Umgemünzt auf die heutige Zeit: Poste nichts was nur für bestimmte Personen gemeint ist. Niemals. Dann brauchst Du kein Digital Detox, keinen privaten Account, und musst auch nicht bei einem neuen Job Deine Profile durchforsten. Google vergisst nicht, und Screenshots oder downloads wirst Du nie verhindern können. Einer der Gründe, warum ich Persönliches, wenn überhaupt, nur in meinen Newslettern via Mail versende. Obwohl ich in der Angelegenheit nie gefährdet war. Es gab z.B. in 17 Jahren 3 Fotos von meiner Tochter im Internet, die von mir gepostet wurden. Und selbst hier wusste kaum jemand, dass das überhaupt mein Kind ist. Das wird auch 2020 so bleiben. Das sind Themen, die mich über Wochen beschäftigen, Reiseberichte, oder auch Empfehlungen, die auf Instagram nur als plumpe Schleichwerbung abgetan würden. Fragen an meine Leser, über deren schriftliches Feedback ich mich immer besonders freue, weil sie sich die Zeit nehmen, mir persönlich zu antworten, und nicht bloß mit dem Absenden eines Emoji in einer Sekunde glauben mit mir in Kontakt geblieben zu sein. Wenn Du ein Freund von Online-Statistiken bist, erkennst Du schnell, wenn plötzlich eine Schar an Menschen Deine Accounts durchforstet, weil sie Neuigkeiten vermuten, nur weil Du ein Foto mit einem Hinweis gepostet hast, oder eben gerade nicht, und Dich eine Weile rar machst. Nicht, dass Dich jemand anrufen würde, oder eine Email schreiben. Das ist heute ein seltenes Phänomen wie Weihnachtskarten schreiben.
Und dennoch gibt es sie noch, die Menschen, die sich Zeit nehmen, anderen ihren Respekt zu erweisen, ihre Dankbarkeit schriftlich auszudrücken, ihre Gefühle zu Papier bringen, und dem Empfänger eine bleibende und wertschätzende Botschaft zu übermitteln. Stimmt Papier ist geduldig, und Schriftliches wiegt viel mehr als „das kläre ich persönlich“ oder „wir reden uns dann schon zusammen“, aber genau das macht den großen Unterschied. Ein Commitment, zu deutsch: Engagement, Verpflichtung, Einsatz, Hingabe. Werte, die ich neben Respekt, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit nicht nur bei meinem Gegenüber hoch schätze, sondern selbst versuche zu leben, und für mich die Basis eines gelungenen Miteinander sind. Immer.

Was ich 2020 lernen möchte?

How to be free to imagine, to dream, to transfer emotions and to be happy.
In Digital Storytelling, on paper, in my work, in life and always.
Maybe I‘ll smile and laugh more then again on pictures too.
Smiling from the inside is still fine though. 😉

2 Gedanken zu “Sundayread | Recap 2019 – Es wird wieder ruhiger

  1. Liebe Vanessa,
    als Mann darf ich mich jetzt fesch finden, beim morgendlichen Blick in den Spiegel?! Oh, cool. Danke. Da gfreu ich mich. *lach*

    Nein, aber jetzt im Ernst:
    Vielen Dank für Deine wertvollen und so wahren Zeilen… habe mich in ihnen oft wiedergefunden. 😉
    Die handgeschriebenen Weihnachtskarten, oder Ansichtskarten… je nach Jahreszeit halt. Ich finde das auch (wieder) so wunderbar und halte diese Tradition hoch. Gottseidank hab ich auch im meinem Leben ein paar Menschen, die das auch so sehen. Schööön, das.

    Zu Punkt -4- im Speziellen:
    Weise Worte, punktgenau geschrieben.
    Manche Therapeuten (oder Coaches, heutzutag‘! *g*) verlangen viel Geld dafür.
    Ich unterschreib‘ da jeden Satz.

    Ich wünsche Dir ein gesundes 2020, mir wünsche ich noch viele Postings von Dir und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.
    Ludwig Reiter hat ja sicher wieder Hausmesse. Oder halt anderswie. 🙂

    Schöne Feiertage Dir und Deinen Lieben.

    Wolfgang (und Rainer)

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Wolfgang, vielen Dank für Dein Feedback, Deine anerkennenden Worte, und Eure guten Wünsche. Ich würde mich riesig freuen Euch beide 2020 wiederzusehen bevor noch unsere Gemüsesaison beginnt. Es ist schön, Menschen wie Euch im Leben zu haben, die soviel Wert auf bodenständige Qualität legen, und sich Zeit für Genuss nehmen.

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