Nicht liken, hingehen. Rundgang am Designplatzl im F23

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Rundgang am Designplatzl im F23 Stadtlabor – Lifestyle Blog: windowsofvienna.com

Endlich etabliert sich eine Kulturszene im Süden Wiens. Das F23 stand schon eine Weile auf meiner To-Visit-Liste. Das Designplatzl am 22. September schien ein guter Einstieg zu sein. Die Location mega, ein bisschen skurril. Vor der Tür steht ein Bücherkühlschrank. In der großen Ausstellungs- und Veranstaltungs-Halle hängen dafür Kronleuchter.

Kurz bin ich froh, dass mir keine Menschenmassen entgegen strömen. Ich kann in Ruhe die Stände besuchen, die ich bei den Ankündigungen entdeckt habe. Für mich 2 „New to Me“ Labels. Bei Loretta Cosima fühl ich mich gleich direkt willkommen, und sie verkauft mir auch ein T-Shirt mit dem Tagesmotto:

Schau ma mal.

Fein von ihr illustriert, und handgedruckt auf gutem Stoff. Der Preis ist vernünftig. Die Auswahl an Farbvarianten und Größen für eine kleine Designerin beachtlich. Und das besonders Schöne: Wiener Texte

So kauft man gern regional ein. Und deshalb ging das blaue Teil direkt mit.

Bei Claudia Hochmüller lass ich mir die Unternehmensgeschichte genau erzählen. Die Kärntnerin macht alles möglich, wenn Du einen ihrer traditionellen Röcke mit stylischem Fotodruck auf der Schürze kaufen möchtest.

Bei der Frau mit rotem Hut ist es direkt leiwand. Endlich wieder einmal eine kreative Goldschmiedin mit Sinn für Humor, Wiener Schmäh und guter Qualität.

Kein Wunder, dass ‚Sqrl‘ fast der einzige Schmuckstand ist, der auch gut besucht ist. Alexandra Gasteiger ist gut vorbereitet und versteht ihr Handwerk, das sie auch gerne erklärt, und auch nicht davor zurückscheut zu sagen, ‚damit hab ich jetzt keine Erfahrung.‘ Sehr cool und echt sympathisch. Aber gut, sie trägt auch einen roten Hut und verkauft Schmuck aus Kugellagern von Skateboards, und Ringe aus alten Schilling Münzen. Es gibt Preise, die deutlich sichtbar klar machen, was eines ihrer Einzelstücke kosten. Klingt banal, ist aber gar nicht so häufig. Und ehrlich gesagt, für mich immer ein Grund nicht zu kaufen. Ich möchte abwägen können, ob mir das Stück, das wert ist. Vielleicht heute, vielleicht ein anderes Mal. Diese Frage nach Material und Preis will fast niemand stellen. Man dreht sich freundlich lächelnd mit einem Danke um und geht. Ich bin hier mit einem super leiwanden Ring weggegangen, und freue mich schon auf einen Termin im Atelier im 14.Bezirk.

Meinen Espresso musste ich anderswo am Heimweg trinken. Die Gastro war gar nicht nach meinem Geschmack und lud überhaupt nicht zum verweilen ein. Aber das wussten alle, die den Markt nicht besucht haben ja gar nicht. Trotzdem tat es mir unglaublich leid für die Aussteller, dass so wenig Besucher da waren. Nachdem ich selbst viele Jahre Ausstellerin war, weiß ich, was das heißt wenn keine Besucher kommen. Da hörst Du davor, wann ist es soweit, wann tust Du endlich wieder, wann kann ich das Sortiment …

Es ist nicht das Wetter und nicht die Location gewesen. Leute, wenn Ihr nachhaltig leben wollt, und gegen Kinderarbeit seid, dann müsst Ihr auch ums Eck regional von ansässigen Betrieben und Kleinunternehmern kaufen. Am Freitag ein Transparent zu schwingen, und gemeinsam auf einer Wiese singen ist zu wenig.

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