Die verflixte Sieben, und wie man allein reisen lernt

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Lange vor meiner Geburt brachte es Billy Wilder mit Marilyn Monroe bereits 1955 auf den Punkt.

Der Film ‚Das verflixte siebte Jahr‘ hatte zwar die Ehe als Hauptschauplatz, aber die Zahl 7 ist ja generell keine beliebte Glückszahl.
Bei mir scheint sich das periodisch alle 10 Jahre zu wiederholen.
Mit 17 war es der Wunsch die Schulzeit zu verlängern.
Mit 27 die Twen-Zeit barfuß am Strand von Ibiza.
Mit 37 die Jugend.
Mit 47 die Zeit mit meiner Tochter.
Da mir das ja immer wieder passiert, werde ich jedes 10. Jahr gelassener, weil ich mit Sicherheit weiß, dass es ein dunkles Jahr werden kann. Und: Ich überlebe es jedes Mal und immer wieder ganz gut. Diese Gewissheit hilft ungemein.

Dieses Mal belohne ich mich gleich mit einem fetten Urlaub um die 47 zu verabschieden, und feiere in die nächsten guten 9 Jahre in einem Sterne-Restaurant bei Spaniens größtem Koch. Kann gut sein, dass ich noch ein, zwei andere feine Dinge geplant habe. 😉
Man soll ja die Feste feiern wie sie fallen.

#whenwomentravel

Allein reisen will auch gelernt sein. Als ich vor einigen Jahren damit begann klappte das organisatorisch, wie immer, gut. Sich emotional davon zu lösen, dass ich so allein bin, dass niemand mit mir verreisen möchte, dauerte länger. Beziehungen muß man pflegen, und ich werde jedes Jahr weniger kompromissbereit meine Freizeit damit zu verbringen Dinge zu tun, die mir keinen Spaß machen. So auch Dates mit oberflächlichem Business-Talk. Ich hab schlichtweg gefühlt eintausend Dinge in meinem Kopf, die mich deutlich mehr interessieren. Da bleib ich lieber allein zu Hause. Deshalb bin ich aber nicht allein. Diesen Unterschied musste ich erst einmal erkennen. Und was ist die Alternative? Darauf warten, dass jemand daherkommt, der Deine Träume verwirklicht? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das nicht passiert. Du musst schon selbst dafür sorgen.

Ich bin nicht allein.

Ich reise nur nach meinem eigenen Geschmack, meinem Tempo, meinen Bedürfnissen. Das ist es was Solo-Travel ausmacht.
Wenn ich heute darüber nachdenke wie mein 40-er in London verlaufen wäre, wenn ich nicht allein verreist wäre … Ich will gar nicht daran denken. Denn ich hätte nichts von dem, an das ich heute noch schmunzelnd denke, so machen können.

Das musste erst mal sacken. Seit ich das verstanden habe, bin ich nicht mehr neidisch auf andere Paare, Freundinnen, Familien. Ganz im Gegenteil. Ich sehe es als Privileg, und freue mich auf die Zeit mit mir. Ich plane wahnsinnig gerne, liebe es, mich mit einem Thema endlos zu beschäftigen, und freue mich auf jedes kleine Detail, das noch zu verbessern möglich ist. Und nehme mir dann doch die Freiheit, einfach mal fünf grade sein zu lassen, und 3 Stunden Mittag zu essen.
Das alles geht im Team schwer. Kompromisse an jeder Ecke. Davon haben wir im Alltag genug. Und das ist es, was den Solo-Trip einzigartig macht. Pause von Kompromissen und Alternativen.

Ja, das klappt als Solo-Woman-Traveler super. Ich hatte kein einziges Mal das Gefühl, dass ich als Mann besser allein reisen könnte.
Es ist nicht anders als im Alltag. Kommt man mit seinem eigenen Ich klar, kennen auch die anderen ihre Grenzen bei Dir recht schnell.
Man muss das nicht gleich mit einer Weltreise austesten. Man kann auch mit ganz kleinen Schritten in der gewohnten Umgebung starten. Ein Abendessen in einem Wunschrestaurant zum Beispiel.

Dinner for One kann ein Drama sein, aber auch eine Krönung. Kann man das einmal, kann man auch alleine reisen. Ein Overnighter im eigenen Land zum Beispiel ist ein guter zweiter Schritt.
Fahren, wann man möchte.
Wohnen, wo man möchte …
Frühstücken, was man möchte …
Und keiner siehts, und keiner kann es kritisieren.

Ich freue mich wie ein Kleinkind auf meine nächste Reise.

Ziel: Das Guggenheim Museum in Bilbao.

1997 statt am Salzburger Mönchsberg im Baskenland erbaut. Da haben sich die Österreicher echt etwas entgehen lassen. Was genau, schau ich mir jetzt an, und Du siehst es auch in meinen Stories täglich auf meinem Travel-Account @travelcollage, und Highlights nach der Reise hier auf Windows of Vienna.
Wie bei jeder Reise gibt es einen travel-hashtag durch alle meine kuratierten Accounts übergreifend.

#bilbaofavsbyVO

2 Gedanken zu “Die verflixte Sieben, und wie man allein reisen lernt

  1. Ich habe auch mich langsam ans Solo-Reisen herangetraut, aber noch nicht so wirklich den Gefallen daran gefunden, um ehrlich zu sein. Obwohl natürlich die Selbstbestimmung schon toll ist, die man dann hat. Ich werde es auf jeden Fall wieder probieren.
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß auf deiner nächsten Reise.
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

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