Exploring the Medina and Souks of Marrakech in Winter

Travel

Hinaus aus der Idylle meines bereits jetzt geliebten Riads, hinein in das Geschehen der Médina.

Being; rather than doing.

Ein Motto, das in Marrakesch generell nicht verkehrt ist. Es sollten also gleich am Morgen meines zweiten Tages die Souks sein. Warum eingewöhnen? 

Zuerst die notwendige Shoppingliste abarbeiten, dann entspannt im Nomad Mittagessen. 

Exploring the Medina and Souks of Marrakech in Winter
Exploring the Medina and Souks of Marrakech in Winter

Die Kleinigkeit, dass ich am Weg noch einen Geldausgabe-Automaten benötigte, der mir für dieses Vorhaben genügend gebrauchte Scheine ausspuckt, machte mir gar keine Sorgen. 

Ich hatte zu Hause die Route unzählige Male mit Google Maps geübt, und wusste, dass ein Navigations System und GPS mir in den Souks nicht weiterhelfen werden. 

Aber ich hatte ja Zeit. Ein Weg von 20 Minuten wird ja in 2 Stunden bewältigbar sein. 

Being here right now. In this moment.

Das galt für mich genau ein Stunde. Dann hatte ich genug. Immer noch kein Bargeld, mittlerweile Durst, und Sehnsucht nach Tageslicht. Diese engen Wege sind oben mit Strohmatten abgedeckt. Man ahnt nur welche Tageszeit es sein könnte. Die angebotene Ware macht es auf jeden Fall nicht attraktiver. Ich fand mich in dem Irrenhaus ganz und gar nicht zurecht. Die Hektik und Lautstärke, gepaart mit den abgedunkelten Wegen war alles andere als charmant. Egal wie, ich wollte da raus. 

Alle Wege führen zum Hauptplatz der Kuriositäten, dem Place ‚Jemaa El Fna‘, und so ziemlich das einzige Hinweisschild, das es hier gibt. Nach dem Weg fragen macht keinen Sinn. Auch wenn jemand hilfsbereit ist und auch den richtig Weg kennt. Man kommt mit diesem links, rechts Maßstab nicht zu recht. Eine Kurve von 50cm Breite könnte auch schon eine Linkskurve bedeuten, oder eben nicht.

Da stand ich nun im Nieselregen um 12h Mittag vor dem Café Des Épices, mit einer Stimmung gegen Nullpunkt, und wusste nur mehr Eines. Das ist nicht meine Welt. Auf Rooftop Sounds im Café hatte ich grad gar keine Lust, um mir das Elend auch noch von Oben anzusehen.

Warum war das so ein Fail? 

Für schnelle Geschäfte war ich noch nie zu haben, handeln um jeden Preis, liegt mir schon deshalb nicht, weil ich zu hoch angesetzte Preise generell ablehne. Ich bezahle gerne wertschätzend einen angemessenen Preis, für DInge, die ich schon lange gerne haben möchte. Shoppen um des Shoppens Willen wollte ich noch nie, und bestätigte mir selbst:

I am already everything I need to be.

Und ich muss niemandem etwas beweisen. Also wollte ich noch so lange durchhalten, bis ich einen Geldausgabe-Automaten finde. Das geht zugegebenermaßen auf diesem Riesen Platz nicht so schwer. 

Ich atmete tief durch an einem Platz den ich gut überblicken konnte, weit entfernt von Händlern, etc.

Mir war kalt, ich hatte noch immer Durst, und noch immer keine Lust in diesen Handels-Dschungel zurückzukehren. Im Nomad essen hätte aber genau dieses bedeutet. Also strich ich das von der Liste. Trotzdem brauchte ich einen ruhigen Ort zum Nachdenken.

Den fand ich im Café – Restaurant L’Adresse. Ein herrliches Lokal, und mein Stimmungsretter.

Man behandelte mich wie eine Königen, obwohl ich total abgekämpft mit schmutzigen weissen Turnschuhen das Lokal betrat. Im Erdgeschoss befand sich ein Lounge Bereich mit Bar, im 1.Stock ein Restaurant und im 2.Stock eine Dachterrasse mit Blick auf den grünen Markt des ‚Jemaa El Fna‘. Man bot mir den schönsten Platz an der Glaswand an, und offerierte mir einen kuscheligen schwarzen Kaftan mit Kapuze. Mein Verbene-Tee schmeckte besser als jeder Champagner in diesem Moment, und ich atmete entspannt aus. 

Ich bereitete mich darauf vor, noch einen einzigen Versuch zu wagen in den Souks die zwei Geschäfte zu finden, die auf meiner Liste standen. Eines hatte ich nach ein paar Minuten tatsächlich gefunden, das andere nicht. Ich hatte mich wieder verlaufen, und landete wieder auf dem Platz. Immerhin das klappt zuverlässig. 

Und von dort aus machte ich das was viele für völlig verkehrt halten. Ich bat jemand mich aus den Souks rauszubringen. Natürlich würde man Geld dafür verlangen. Wieso auch nicht? Im Endeffekt ist es ein Taxi zu Fuß. Das ging schnell, unkompliziert, und ich war 10 Minuten später genau dort wo ich sein wollte, bedankte mich und war wieder tiefen-entspannt. Zurück im Riad bestellte ich eine hausgemachte Gemüse-Tajine im Kaminzimmer. Der Abend hätte nicht schöner sein können. Später bekam ich sogar Gesellschaft und hatte die Möglichkeit einige In-Sights über Stadt und Leute zu bekommen. 

Und in der zweiten Nacht mußte ich auch nicht mehr frieren, da ich ja nun mit der Klimaanlage und den Wasserhähnen und ihren Gegebenheiten vertraut war. 

Ab jetzt begann mein Urlaub wirklich, und ich machte mir einfach nichts mehr vor, sondern tat nur mehr das womit ich mich wirklich wohl fühle.

Ich hörte Lbenj’s ‚Amoureux tombé‘ (feat. Mounim Slimani & DJ Med) beim Zähneputzen und freute mich auf meinen Ausflug zum Bahia Palast.

The Entrance of my Riad.
Just Peace inside.
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2 Gedanken zu “Exploring the Medina and Souks of Marrakech in Winter

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