Antique Rindfleisch Teller und Assietten im Grand Ferdinand

Wenn man am Schwarzenbergplatz dem Hotel Imperial den Rücken zukehrt, und das Café Schwarzenberg im Visier hat, ist am Schubertring Richtung Stadtpark mit Blick auf die Ringstrasse ein Wiener Knotenpunkt der Geschichte erreicht, die bestimmt ein Buch gut füllen könnte. #secretsocietyvie nenne ich es gerne. 

Und so etwas passiert gerade auch im Hotel Grand Ferdinand in diesem Carré. Als Spaziergänger sieht man nur einen neuen Hinterglas-Schriftzug in Gold – übrigens auch eine alte Wiener Tradition – der fesch mit #schnitzellove auf des Wieners Leibspeis’ verweist, und vermuten läßt, das sich dahinter Österreichische Küche modern präsentiert. Kennt man die Visionen des Hoteliers Florian Weitzer ein bisschen, weiß man gleich, dass da deutlich mehr da hinter stecken muß. Da wird nicht einfach so ein Lokal eröffnet, oder ein Name aus dem Ärmel geschüttelt. Was also hat es mit dem neu eröffneten Restaurant Meissl & Schadn auf sich, wieso der Name? Er hat weder etwas mit Wiener Mundart, Schaden noch mit dem Mageren Meisl zu tun.

Ein bisschen etwas wusste ich schon, da ich in meiner Kindheit gerne alte Wiener Filme gesehen habe. Den Rest ließ ich mir gestern Abend bei der Dinner-Einladung zur Presse-Eröffnung erzählen. 1896 nach Plänen von Karl Hofmeier erbaut, erinnern heute nur mehr Kärntner-Strassen-seitig die Mosaikbilder von Eduard Veith an das ehemalige legendäre Wiener Hotel Meißl & Schadn der Jahrhundertwende, wo Wiener Chic und Österreichische Küche zelebriert wurden. Der Name ging mit der Zerstörung des Hotels 1945 unter und wurde nicht mehr verwendet. Florian Weitzer schaffte es mit Beharrlichkeit den Namen wieder beleben zu dürfen, und im Grand Ferdinand so ein Stück Lebenslust der Österreischischen Monarchie in sein Haus zu holen.

Und schon wieder ein Hashtag von mir, der passt:

#viennaslowliving

Wiener Gemütlichkeit mit stundenlang gekochten Speisen ist hier Programm. Mit dabei die Assietten, wie die fast vergessenen Wiener Einschieb-Speisen genannt werden, und wohl meine Lieblings-Bestellung werden. Denn: Ich esse gerne gut, aber nicht viel Fleisch. Somit ist die Wiener Hauptspeise für mich oft ein Größen-Problem, das ich nicht bewältigen kann. Mit den kleinen Tellerchen aber, habe ich die Möglichkeit bis zu 5 verschiedene Gerichte in Mini-Portionen zu essen, ohne zu platzen, und es bleibt noch Platz für eine Mehlspeis’ aus der Salonküche zum Kaffee, z.B. Salzburger Nockerln.

Kurz war ich ja ein bisschen schockiert, dass ich hier nicht mehr unter dem Kronleuchter frühstücken kann. Denn das Frühstück wird ab sofort im Gulasch & Champagne nebenan serviert. Erstens auch nett, und Zweitens habe ich dafür einen Jausenplatz am Nachmittag direkt neben meinem Lieblingspark gewonnen.

Bei der Einladung gestern Abend lernte ich – new to me – das Wiener Schnitzel in Schweineschmalz ausgebacken kennen, das Stefan Zweig und Arthur Schnitzler so geschätzt haben sollen. Denn im Lokal kann man wahlweise diese historische Variante, oder die klassische mit Butterschmalz bestellen, und auch eine dritte steht zur Auswahl: das leichte Pflanzenöl. Obwohl ich bei leichter Kost eher in der Rubrik Vorspeisen oder Salate auswählen würde. Zu all dem gibt es eine nette Weinkarte und für Bierliebhaber böhmisches Bier Velkopopovicky Kozel; sogar in niedlicher Pfiff Größe. Und noch 2 Details, die für mich Neuigkeiten waren: Wein in einer Lioner Flasche serviert, die mit ihrem dicken Flaschenboden die Flüssigkeit wie ein Weinkühler kalt hält. Und last but definitely not least der sensationelle Fund der alten ovalen Rindfleisch-Teller von Philipp Aigner aus dem Jahr 1829. Ich freue mich jetzt schon auf das wohlig warme Gefühl, das sich nach einem  Tafelspitz-Teller im Winter einstellt.

Wiener Mädl und Burschn werden wieder gerne in einem Hotel essen. Da bin ich sicher, auch wenn es ein bisschen was von dem Film ‚La Grande Bouffe‘ hat, oder vielleicht gerade deswegen. Ich komme auf jeden Fall bald wieder, und bin dankbar an diesem Abend dabei sein gewesen zu dürfen. Und meine Freundinnen aus dem Ausland haben schon bei den ersten Insta-Stories gestern Abend Nachrichten geschickt, dass wir uns auf jeden Fall dort treffen müssen, wenn sie wieder in Wien zu Gast sind. Und ich hatte am Nachmittag intuitiv gar nicht so unrecht bei der Wortauswahl meines Servus aus Wien – Foodie Handletterings während ich mich im Kaffeehaus in der Mittagspause mit Buchstaben Zeichnen entspannte.

 

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