Pippi Langstrumpf Moment

Nichteinhalten von Regeln bedeutet oft mehr Einhalten von Regeln als man zugeben mag.

„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

Aktuell betrifft mich persönlich das Thema bei der Renovierung unserer Wände. Alle Regeln über Bord werfen und ein neues Farbschema suchen, das unserem Alltag zu Hause gerecht wird. Dabei versuchen keine Trends aufgreifen, die nichts mit uns zu tun haben und morgen eh schon wieder passé sind. Farbpsychologie gut und schön, aber was nützt mir eine Farbe, die Wärme ausstrahlt, wenn ich mich in der Farbdominanz nicht wohlfühle?

Farben beeinflussen unsere Energie.

Schon klar. Das sehe ich ganz genauso. Aber jeder muss da zweimal hinhören bevor er die falsche Entscheidung trifft. Beispiel Wohnräume, die für Gemütlichkeit oder Kommunikation eine große Rolle spielen: Der Farbberatungsexperte rät da zu meist zu warmen Farbtönen (Gelb – Rot – Braun). Hingegen bei Räumen, in denen man zur Ruhe kommt zu kalten Farben Blau – Grün.

Da ich ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel habe, bin ich naturgemäß auch schon ein paar Mal umgezogen. Kleine und große Wohnungen. Neu und Altbau. Schräge Wände, weiße Räume. Teppiche, Steinböden. Terrasse, französischer Balkon, Garten. Es war schon einiges dabei. So auch Farben.

Ein hellblaues Schlafzimmer zog mir fast den letzten Nerv, obwohl ich die Farbe schön fand und sie Nachmittags im Sommer echt erfrischend war, aber nachts nicht nur im Winter, besonders an einer Außenwand einfach, nicht zu ertragen.

2 Jahre später schlief ich wie ein Baby in einem lachsfarbenen Raum, obwohl ich mich weder für so einen Nagellack noch für ein Kleidungsstück in dieser Farbe entscheiden würde. Im Schlafzimmer war es unvergleichlich gemütlicher und harmonischer als zuvor. Also nix mit kaltem Farbton, der den einzigen Vorteil hatte, dass selbst eine kalte Dusche am frühen Morgen mich nicht erschreckte. Mittlerweile bevorzuge ich keine Farbe im Schlafzimmer, also weiß; aber auch nur in diesem Raum.
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Ein weiteres Beispiel: Speisezimmer. Bei unserem letzten Umzug beschlossen wir vom Understatement weiß zu mangogelb zu wechseln. Das passte gut zu unseren antiken dunkelbraunen Möbeln und massiven, goldenen Bilderrahmen. Auch der Farbpsychologe hätte seine Freude gehabt. Aber: Wir essen gerne und zuviel. Diese Farbe ist appetitanregend. Toll für Gäste – schlecht für uns, bzw. unsere Figur.

Also neue Idee. Die Decke mangogelb, die Seitenwand grau, die Hauptwand in ein intensives Fuchsia getaucht, nahe zu Magenta.

So ging es dann bald auch bei Tisch zu: schrill, laut und provozierend.

Kein Raum wurde so oft umgestrichen, wie unser Speisezimmer.

Kürzlich dürften wir dann doch in familiärer Demokratie (na ja – so ähnlich, es war mehr wie bei der letzten Volksbefragung mit 2 Möglichkeiten von grün) zu einer Einigung gekommen sein, die für uns passt. Und hier noch einmal die Betonung: FÜR UNS.

Denn viele Experten werden Euch nicht zu einem dunkelgrünen Speisezimmer raten. Wir fühlen uns wohl und das tägliche Dinner schmeckt uns auch in normalen Portionen. Jetzt bleibt noch eine Aufgabe übrig. Welche Farbe bekommt der Abschlussstuck? Damit werde ich mir doch noch ein paar Tage Zeit lassen, und Befragung gibt es dazu diesmal keine.

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2 Gedanken zu “Pippi Langstrumpf Moment

  1. Hi Leute, ich bin gerade umgezogen und habe noch mein Arbeitszimmer zu streichen. Ich hab noch eine Flasche Abtönfarbe in braun. Kann ich da vielleicht irgendwas dazukaufen, um da noch orange draus machen zu können??? Bitte haltet mich nicht für blöd, anscheinend war ich krank, als das in der Schule dran war, oder ich hab´s verdrängt. Mit welchen Farben bekommt man denn ein richtig schön leuchtendes Orange??? Ich frage halt, weil die schon gemischten Farben so sch ei ss teuer sind. Ich hoffe, Ihr helft mir weiter. Danke schonmal.

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